Biotinkering

Das Zürich-Basel Plant Science Center entwickelt im Rahmen des DIZH Innovationsprogrammes “Making im Unterricht” Workshops für Lehrpersonen zu Biotinkering. Auch Beiträge aus dem SNSF Agora Projekt “Biotinkering for Youth” fliessen in das Projekt ein.

Wir sind ein sehr vielseitig zusammengesetztes Team aus Wissenschaftler:innen der Universität Zürich, ETH Zürich und Universität Basel; Kunstvermitler:innen der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und Wissenschaftskommunikatorinnen und -kommunikatoren und möchten in diesem Blog unsere Arbeit näherbringen.

Mein Name ist Franziska Suter, ich bin ehemalige Sekundarlehrerin und habe die spannende Aufgabe, mich von den Forschenden in ihre Projekte einführen zu lassen und die Themen zu spotten, die sich für „Making im Unterricht“ eignen.

Als ich nach zehnjähriger Tätigkeit an einer Sekundarschule beschlossen habe, eine Auszeit zu nehmen und mich umzusehen, was es im Bereich Vermittlung noch für Tätigkeitsfelder gibt, konnte ich mir unter “Biotinkering” genauso wenig vorstellen, wie die meisten wahrscheinlich auch. So war der Beginn meines Praktikums, das ich nun beim Zürich-Basel Plant Science Center absolvieren kann, auch ein Schritt in neues, aber sehr inspirierendes Terrain.

Was ist Biotinkering?

Unter Biotinkering verstehen wir das Erarbeiten und Verstehen biologischer Inhalte auf eine handlungsorientierte, offene und konstruktivistische Art und Weise. Es geht darum, für die Lernenden eine Umgebung zu schaffen, in der sie Inputs und Materialien vorfinden, die es ermöglichen, sich mit einem biologischen Thema aktiv und fragend auseinanderzusetzen und Produkte zu gestalten, die helfen ein Problem zu lösen, etwas Unsichtbares sichtbar machen oder der Ästhetik von Pflanzen und Natur einen kreativen Raum geben.

Diese Herangehensweise ist für die meisten Lehrperson nicht komplett neu, aber es ist nicht immer einfach, diesen offenen und individuellen Zugang zu einem wissenschaftlichen Thema zu schaffen und dabei auch fächerübergreifend zu denken. Dieser Herausforderung darf ich mich zusammen mit dem ganzen Team stellen und ich freue mich sehr darauf. Wir hoffen, wir können Lehrpersonen damit etwas “Arbeit” abnehmen und Ihnen neue Zugänge zu vielleicht altbekannten Themen aus der Biologie, Chemie, Physik und Informatik aufzeigen. Wir sind aber auch am Puls der Wissenschaft und haben so die Möglichkeit, Inhalte aus aktuellen Forschungsgebieten Ihnen und Ihren Schülerinnen und Schülern näher zu bringen.

Im folgenden Blogbeitrag gebe ich Ihnen ein kurzes “Spotlight” aus unserer Arbeit.

Weitere Informationen zu unseren Schulangeboten sind hier aufgelistet: https://www.plantsciences.uzh.ch/de/outreach.html

Ein ungewöhnliches Messgerät

Dieses Tool ist nicht bekannt?

Keine Sorge, ein Punkt-Dendrometer braucht man ja auch nicht gerade täglich.

Entwickelt haben dieses Messgerät Dr. Günther Hoch und Dr. David Basler von der Universität Basel. Sie arbeiten in Hölstein (BL) an einem der weltweit grössten Waldexperimente. Die Forschenden sammeln Daten über Umweltbedingungen und ihrem Einfluss auf das Wachstum der Bäume. Mit einer riesigen Dachkonstruktion über den Bäumen können sie sogar Trockenheit simulieren.

Unser Workshop hat das Ziel, die Funktion des Punkt-Dendrometers zu verstehen und mit einem programmierbaren Mircocontroller (Arduino) auszulesen. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, dass der Arduino analoge Signale, nämlich eine Spannung messen kann und sich diese Informationen plotten und dann grafisch veranschaulichen lassen.

Im Workshop sollen die SuS selbst Daten erfassen können und überlegen, wie die Information in diesen Daten visualisiert werden kann. Sie sollen aber auch überlegen, wofür sie das Punkt-Dendrometer noch gebrauchen könnten. Vielleicht ist es möglich auf die gleiche Weise auch eine Aufprallgeschwindigkeit zu messen oder daraus eine Waage zu bauen? Kreative Ideen sind gefragt!

 

Die Entwicklung der Biotinkering Workshops wird vom DIZH Innovationsprogramm “Making im Unterricht” und dem SNSF Agora Projekt “Biotinkering for Youth” http://p3.snf.ch/project-200184 finanziell unterstützt.

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